Mit der Mitgliederveranstaltung „Weil es Ihnen Ihr Lebenswerk w(W)ert ist..." haben wir am 15. Oktober 2026 unsere Veranstaltungsreihe zur Unternehmensnachfolge fortgeführt. Gastgeber war Tobias Picker, Geschäftsführer der Fimra dp Energietechnik GmbH in Gescher, der uns vorab bei einem Betriebsrundgang mit Leidenschaft einen Einblick in das Unternehmen gab.
Wert ist nicht gleich Preis
Stefan Butz, Geschäftsführer der Butz Consulting in Krefeld, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Unternehmensbewertung, machte deutlich: Der Anlass – Verkauf, Erbe oder Schenkung – bestimmt die Bewertungsmethode, den Preis machen am Ende Angebot und Nachfrage. „Ein Käufer kauft immer die Zukunft." Entscheidend ist deshalb eine nachvollziehbare Planung. Weil die Lücke zwischen Übergabewilligen und Nachfolgern wächst, rät Butz zu frühem Start und einem Plan B und C.
Steuern sind selten das Problem
Prof. Dr. Matthias Gröne von der Westfälischen Hochschule in Bocholt zeigte die steuerlichen Folgen der wichtigsten Übergabewege auf. Seine Botschaft: „Steuern sind eigentlich nicht das Thema, an dem Unternehmensübergaben scheitern." Übergaben sind fast immer begünstigt, eine familieninterne Nachfolge ist bei guter Gestaltung sogar steuerneutral möglich. Stolperstein sind vor allem Betriebsimmobilien im Privatvermögen – das bestätigten auch Beispiele aus dem Publikum.
Nachfolge aus der Praxis
Gastgeber Tobias Picker schilderte, wie sein Vater die Übergabe über Jahre vorbereitete, alle Kinder früh einbezog und ihm schließlich das Unternehmen vollständig übertrug. Seine Erfahrung: Eine Nachfolge braucht fünf bis zehn Jahre – und den Respekt der Mitarbeitenden muss man sich selbst erarbeiten.
Diskussion
Als größte Hürde nannten die Teilnehmenden das Loslassen. Einig war man sich auch, dass die Übernahme eines bestehenden Betriebs als Weg in die Selbstständigkeit politisch und gesellschaftlich viel sichtbarer werden muss. Die Wirtschaftsförderung im Kreis Borken bietet dazu eine kostenfreie, vertrauliche Erstberatung an.
Herzlichen Dank an Stefan Butz, Prof. Dr. Matthias Gröne, Tobias Picker und das Team der dp Energietechnik GmbH sowie an Jürgen Holten und alle Teilnehmenden. Die MIT Kreis Borken bleibt an dem Thema der Nachfolge dran.

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